Steckt die Tierfotografie in einer
Krise?
Ein ehrlicher Jahresrückblick, Mutmacher-Gedanken
und 3 Learnings für das Jahr 2026
Diese Folge ist irgendwie besonders. Vielleicht, weil es die letzte Podcastfolge dieses Jahres ist. Vielleicht, weil wir beide beim Aufnehmen schon gemerkt haben, dass da ganz schön viel in uns arbeitet. Müdigkeit, Dankbarkeit, Stolz, Zweifel, Erleichterung – alles ein bisschen gleichzeitig.
18 Folgen. Achtzehn! Wenn wir das laut sagen, fühlt sich das immer noch ein bisschen unwirklich an, weil wir ja „einfach nur“ losgelegt haben, ohne großen Masterplan, aber mit ganz viel Lust darauf, ehrlich über Selbstständigkeit, Tierfotografie, Zweifel, Wachstum und diesen ganz normalen Wahnsinn zu sprechen, den man sich da ausgesucht hat.
Und jetzt sind wir hier. Ende des Jahres. Und machen das, was wir dir auch immer wieder ans Herz legen: Wir halten inne und schauen zurück. Nicht nur auf Umsätze oder Reichweite, sondern auf das ganze Bild.
Warum sich 2025 für viele schwer angefühlt hat
Wir haben in den letzten Monaten unfassbar viele Nachrichten bekommen von Tierfotografinnen, die gesagt haben:
„Irgendwie war dieses Jahr zäh.“
„Die Leute buchen vorsichtiger.“
„Ich hab das Gefühl, alle überlegen dreimal, bevor sie Geld ausgeben.“
Und ganz ehrlich: Ja, das Gefühl kennen wir auch!
Die Welt ist laut, unruhig, teurer, politisch angespannt, emotional anstrengend. Viele Menschen sind müde, überfordert, reizüberflutet und das spürt man natürlich auch im eigenen Business. Gerade wenn man etwas anbietet, das kein Brot, kein Benzin und kein Klopapier ist, sondern ein Luxusgut, was theoretisch niemand wirklich braucht.
Da kommt ganz schnell diese leise, fiese Frage hoch: Ist das, was ich mache, gerade überhaupt wichtig?
So geht
Jahresplanung!
Wenn du keine Idee hast, wie du das Jahr sinnvoll reflektierst und wie du das neue Jahr sinnvoll planen kannst, dann hol dir Mareikes Jahresplanung!
Ist der Markt am Ende?
Oder schauen wir nur falsch hin?
Mareike hat im Podcast sehr offen erzählt, dass ihr Fotojahr auf den ersten Blick erschreckend schlecht aussah. Die Zahl am Jahresende war ernüchternd und der erste Gedanke war natürlich: Oh Gott, was ist hier passiert?
Aber dann hat sie ganz bewusst hingeschaut. Denn 2025 war keineswegs ein gewöhnliches Jahr! Und man kann den Jahresumsatz gar nicht mit dem der Vorjahre vergleichen!
Da waren allein schon 2 Monate Auszeit. Sechs Wochen Costa Rica und damit kein einziges Shooting im Sommer. Und nach dem Sommer hatte sie deutlich weniger Arbeitszeit durch private Umstände. Gleichzeitig hat sie mit Sarah zusammen Mutig voran aufgebaut, also mal eben noch einen zweiten Job gestemmt, der noch nicht wirklich viel abwirft.
Plötzlich war klar: Das Jahr war nicht schlecht, es war einfach anders als sonst. Und das Entscheidende kam dann:
„Ich habe nicht schlecht gearbeitet, ich habe einfach nur weniger gearbeitet!“ – Mareike
Und jetzt kommts. Betrachtet man die Zahlen genauer, ist der Umsatz pro Shooting sogar gestiegen. Die Kunden, die gebucht haben, haben sich sehr bewusst dafür entschieden, haben investiert und waren bereit, für Qualität, Persönlichkeit und Vertrauen mehr zu bezahlen. Das gleiche gilt, wenn man die „wenige“ Arbeitszeit betrachtet und den Umsatz, der daraus entstand.
Sarah hat es perfekt auf den Punkt gebracht:
„Es ist weniger Masse, aber deutlich mehr Klasse.“
Dein Jahresumsatz
ist nicht nur eine Zahl, die du betrachten solltest
Eine einzelne Zahl am Jahresende sagt fast nichts über dein Business aus, wenn du sie nicht in Kontext setzt.
Wie viele Wochen hast du wirklich gearbeitet? Was war privat los? Was hast du aufgebaut, das man vielleicht erst nächstes Jahr sieht? Welche Art von Kunden hattest du? Wie hat sich dein durchschnittlicher Umsatz entwickelt?
Ein Jahresrückblick ist kein Excel-Sheet, sondern ein ehrlicher Blick auf dein ganzes Leben! Es ist also super wichtig da genauer hinzuschauen!
3 Learnings
für das Jahr 2026 in der Tierfotografie
1. Unsichere Zeiten brauchen Sicherheit von dir
Wenn draußen alles wackelt, brauchen Menschen etwas, woran sie sich festhalten können. Klare Kommunikation, klare Angebote, klare Prozesse. Nicht ständig alles umwerfen, nicht jedem Trend hinterherrennen, sondern verlässlich zeigen: Hier weiß jemand, was er tut.
2. Perfektion und KI wecken den Wunsch nach mehr Menschlichkeit
Zwischen KI-Texten, perfekten Reels und Hochglanzfeeds sehnen sich Menschen nach echten Gesichtern, echten Gedanken und ehrlichen Worten. Nicht perfekt formuliert, nicht perfekt gestaltet, sondern einfach echt!
Versuche also deinen Content, deine Texte, deine Bilder nahbar und echt zu gestalten und lass Perfektion einfach mal hinten runterfallen!
„Die Menschen sind KI-müde. Sie wollen Menschen, keine Maschinen.“ – Sarah
3. Deine Kunden wollen geführt werden
Überforderung betrifft nicht nur uns, sondern auch unsere Kunden. Zu viele Entscheidungen, zu viele Optionen, zu viel Denken, zu viel Input auf einmal. Der Mental Load ist so groß, wie noch nie, kein Wunder, dass wir manchmal einfach nicht mehr können.
Wer klar sagt, wie alles funktioniert und wie es weitergeht, schenkt Sicherheit und das wird dankbar angenommen. Beachte das unbedingt auch in deinem Kundenworkflow.
Noch mehr Tipps und Einblicke?
gibt´s im Podcast
💡 Was du aus dieser Folge mitnehmen kannst:
- Du bist nicht allein mit diesem komischen Gefühl.
- Der Markt ist nicht am Ende und auch nicht in der Krise.
- Kunst ist wichtig! Besonders jetzt.
- Zahlen brauchen Kontext.
- Sicherheit, Menschlichkeit und Klarheit werden entscheidend sein.
- Und Pausen sind kein Rückschritt, sondern Voraussetzung für alles Weitere.
Hör dir diese Folge unbedingt an! Sie ist ehrlich, roh, tröstend und vielleicht genau das, was du gerade brauchst.
Wir machen jetzt kurz Pause, sammeln Energie und kommen im neuen Jahr wieder.
Dann geht es wieder „Mutig voran!“
Sarah und Mareike
