Die Perfektionismus-Falle

Wann warst du das letzte Mal wirklich zufrieden mit deiner Arbeit – so richtig stolz?

In dieser Folge sprechen wir über Perfektionismus – ein Gefühl, das viele Fotograf:innen begleitet und uns oft mehr blockiert als voranbringt. Wir schauen uns an, wo er herkommt und wie wir lernen können, besser damit umzugehen.

Wir sprechen darüber:

  • Woher unser Perfektionismus eigentlich kommt
  • Welche Rolle Social Media dabei spielt

Und wir gehen der wichtigen Frage nach, ob und wie Perfektionismus unsere Selbstständigkeit blockiert.

Außerdem reden wir über einen starken Trend: Warum Authentizität, Prozesse-zeigen und Video gerade wichtiger werden als perfekt inszenierte Bilder.

 

Social Media 

verzerrt unser Selbstbild

Social Media funktioniert ein bisschen wie ein Belohnungsautomat: Likes und kleine Herzchen geben uns einen kurzen Dopamin-Kick und signalisieren „gut gemacht“. Schnell geraten wir in den Strudel, diese Bestätigung von außen zu suchen, oft sogar von Menschen, die uns vielleicht nicht mal was bedeuten.

Gleichzeitig vergleichen wir unser eigenes Chaos mit den perfekten Feeds anderer. Wir wissen zwar, dass dort meistens nur die guten Seiten gezeigt werden, aber trotzdem fühlt es sich manchmal so an, als wären wir die Einzigen, die nicht alles auf die Reihe kriegen.

Dabei wird gerade das Echte wieder interessanter. Menschen wollen das Menschliche sehen, nicht Perfektion.

„Ja, es wird immer Leute geben, die besser sind, die es schon länger machen als du, die vielleicht ein Händchen für dies, das und jenes haben. Das heißt aber nicht, dass die in allen Bereichen besser sind.“ – Mareike

Wenn einen dieser Vergleich auf Social Media überrollt, ist es völlig okay, auch mal auf Pause zu drücken. Sich Abstand zu gönnen, mehr auf sich selbst zu schauen und sich Feedback von Menschen zu holen, die die eigene Arbeit wirklich kennen. Denn am Ende sollte Kreativität vor allem Spaß machen.

viele Fotograf:innen perfektionieren stundenlang Bilder,

obwohl Kunden das gar nicht sehen

Viele Fotograf:innen verbringen extrem viel Zeit damit, ihre Bilder zu perfektionieren. Dahinter steckt oft ein starker Perfektionismus, der uns besonders in der Selbstständigkeit in vielen Bereichen blockiert. Bilder werden immer wieder überarbeitet, bis man selbst zufrieden ist. Das sorgt nicht nur für Stress, sondern auch für längere Wartezeiten für Kunden.

Das Problem dabei: Diese letzten fünf Prozent Perfektion sehen meistens nur Fotograf:innen selbst. Kunden dagegen sehen in der Regel nur, ob es gefällt oder nicht gefällt. Viel mehr braucht es für sie oft gar nicht! Und genau deshalb halten wir uns mit unserem Perfektionismus oft selbst unnötig auf.

„Wenn wir zuerst perfekt sein müssen, vergeben wir so viel Zeit, in den wir einfach rausgehen könnten und Geld verdienen mit diesem Beruf.“ – Sarah

Emotion über Perfektion

Viele Fotograf:innen achten extrem auf technische Perfektion, ob der Fokus genau sitzt oder ob wirklich alles gestochen scharf ist. Aber für Kunden spielen diese Details oft eine viel kleinere Rolle.

Was sie wirklich berührt, ist das Gefühl im Bild. Selbst wenn technisch nicht alles perfekt ist, kann ein Foto trotzdem großartig wirken, wenn es Emotion transportiert. Genau das spricht Menschen an.

Fotograf:innen sind dabei meist ihre eigenen größten Kritiker. Deshalb nehmen wir uns mit unserem Perfektionismus oft selbst die Freude am Shooting, trauen uns weniger zu experimentieren und setzen uns ständig unter Druck.

wie Perfektionismus zu niedrigen Preisen, fehlendem Marketing und Stress führt

„Aber diese niedrigen Preise, es ist so sinnlos. Leute, wirklich. Diese geringen Preise aus dem Gedanken, ich bin ja aber noch nicht so gut wie die anderen oder ich kann ja nicht teurer sein als die anderen, die besser sind als ich, ist einfach so dämlich. Ernsthaft. Entschuldigung, kann ich nicht anders sagen.“ – Mareike

Perfektionismus blockiert viele Fotograf:innen auch im Business. Webseiten gehen ewig nicht online, Angebote werden immer wieder angepasst und Marketing wird aufgeschoben, weil alles erst „perfekt“ sein muss. Dadurch zeigen wir uns weniger, machen weniger Content und nehmen uns selbst die Chance auf neue Kunden.

Gleichzeitig verbiegen sich viele, um vermeintliche Kundenwünsche zu erfüllen, setzen ihre Preise zu niedrig an und verlieren dabei immer mehr die Freude an der Selbstständigkeit.

Für deine Kunden musst du nicht der beste Fotograf der Welt sein.

Du bist schon der Profi, wenn du fotografieren, Licht setzen und Bilder bearbeiten kannst. Wenn wir uns trauen, das zu zeigen, authentisch darüber zu sprechen und sichtbar zu werden, kommen auch die Kunden. Wenn nicht, bleibt am Ende vor allem eins: viel Stress und zu wenig Wertschätzung für die eigene Arbeit.

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🎙️ Folge 23: Die Perfektionismus-Falle

Perfektionismus hält dich davon ab, als Fotograf:in erfolgreich zu werden. Unser ehrliches Gespräch dazu kannst du dir hier in voller Länge anhören.